Wäre noch die Hitze

Weizenfeld mit Zypressen

 

Gute Malerei bringt es fertig, Gefühlszustände auf eine Weise spürbar zu machen, wie das die Fotografie nur sehr sehr selten schafft. Nehmen wir als Beispiel «Weizenfeld mit Zypressen» von Vincent van Gogh. Man spürt diese drückende schwere Hitze förmlich. Sie treibt einem den Schweiss aus den Poren, das Hemd klebt am Rücken und kitzelnde Perlen von Schweiss laufen einem den Hals hinab. Es riecht nach Harz und Meer und staubigen Strassen und eine bestimmte seltsame Süsse liegt in der Luft. Ein brennender trockener Wind reisst einem den Atem von den Lippen und jagt uns ausgedörrt, erschöpft und hechelnd nach einem grossen Glas Wasser und einer Flasche kühlen Weines in die nächste Schenke. Südfrankreich ...

 

Und dann haben wir den sinn- und hoffnungslosen und absolut törichten Versuch der Fotografie (oder mir), Ähnliches zu können. Geht aber selten. So zum Beispiel wie oben geht es nicht.

Draussen ist es 32°C! Kein Wind, Nichts. Ich fotografiere das Weizenfeld mit Zypressen (denkt euch die Pappeln einfach um), aber es passiert nichts. Keine Regung. Kein Schweissausbruch ob dieses platten, kunstlosen Abklatschs einer überhitzten Landschaft.

Was ist los? Kann ich es nicht? Kann es die Technik nicht? Bin ich nicht verrückt genug oder fehlt mir das Talent? Zugegeben, an dem Bild hab ich jetzt nicht Stunden, sondern zwei Minuten gehabt. Ist es das?

Ich weiss es nicht.

Wäre noch die Hitze ... ... die mir den letzten Rest Verstand aus dem Hirn brennt.

 

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