Horizont

Horizont

 

Kälte. Immerwährende eisige Kälte. Und immer gleich weit weg, aber vor allem weg der Horizont.

Alles schmerzt. Die rissige Haut, der leere Magen, die trockenen eisigen Augen, der Kopf, die Gelenke und jeder Atemzug. Ja selbst das Denken schmerzt!

Das Seil, an dem ich den Schlitten hinter mir herziehe, den früher die Hunde zogen, schabt eine immer tiefere Wunde in meine Schulter. Auch das schmerzt. Auf dem Schlitten einige Decken, das Zelt, die Tagebücher der Crew und das Logbuch des Kapitäns. Die, die es noch schafften, schrieben Abschiedsbriefe an ihre Liebsten.

Ich schlage die Augen auf und merke, dass ich eingeschlafen bin. Wann bin ich umgefallen? Der Wind hat Schnee über mich geweht. Es ist wie unter einer Daunendecke. Ach, noch etwas schlafen. Ja, die Augen wieder zumachen und noch etwas schlafen; dann geht es weiter. Zurück zum Lager.

Etwas schreit in mir, brüllt mich an. Nein, nicht die Stimme der Vernunft. Das nackte Entsetzen hier draussen alleine, irgendwo in dieser beschissenen Einöde zu krepieren.

 

Wäre ich doch daheim geblieben. Zeitung lesen oder sonstwas. Ich hätte mir ein Hobby suchen können ...

 

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