Munin

Hugin und Munin

 

Noch steht Yggdrasil doch ohne den Einen

Vergeblich sucht Hugin nach Odins Ohr.

Munin fehlt und kommt nicht wieder

das Ende von Wissen und aller Lieder.

 


 

 

Noch steht Yggdrasil, der Weltenbaum, doch entlaubt und entlebt zittert er im Dunkel Ragnaröks, des Weltuntergangs.

 

Der Eine aber, Odin, hat sich vom Baum der Weisheit entfernt und kämpft gegen Fenrir, der die Welt verschlingen will.

 

Der Rabe Hugin (das Denken / der Gedanke) kommt nach Hause und findet den Baum leer. Es gibt niemanden mehr, dem die freien Gedanken übermittelt werden können. Da es Hugins Bestimmung ist, auf Odins Schulter zu landen und ihm diese Gedanken zu übermitteln, wird der Rabe fliegen, bis er verhungert, herabstürzt und das Denken tot ist.

 

Munin ist die Erinnerung. Er kehrt, wie in der Edda von Odin befürchtet, nicht zurück:

«Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen.
Ich fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.»

 

 

Munin, die Erinnerung, starb im Gefecht der Lärmenden, die sich gegenseitig anschrien, um sich von ihrem Standpunkt und ihrer Auffassung der Vergangenheit zu überzeugen.

 

 

Kurz:

Die Apokalypse, die den Menschen droht, heisst: Unterdrückung des freien Denkens. Raub der freien Gedanken. Zerstörung des Wissens um die Vergangenheit durch populistische Kräfte. Vereinnahmung des Wissens und der Identität durch Grosskonzerne wie Google und Co.

 

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