Jochen Malmsheimer

Jochen Malmsheimer

 

Wie ängstliche Kaninchen duckte sich die erste Reihe im Kleintheater in die Stuhlreihe, als Jochen Malmsheimer anhub. Ratter ratter, machte das Maschinengewehr, schoss wild Prädikate um sich, Objekte, Subjekte, Adjektive und Plusquamperfekte. Die Angst, sich erst in einem kleinen Anflug von Panik aufbäumend, legte sich und machte dem Lachen Platz.

Ratter ratter, machte Malmsheimer und hörte nicht auf zu schiessen. Wetterte wortgewaltig gegen Intoleranz und Dummheit an. Polterte Geschichtchen und Geschichten über das Publikum hinweg wie Thor seinen Miölnir.

 

Ratter ratter machte Malmsheimer. Kennt keine Gnade. Ein Präteritum lag, verwundet und schwer atmend in der dritten Reihe, abgeprallt von einer Korrektorin, die es gerne in einen Satz gepackt und mit nach Hause genommen hätte. Aufpäppeln und in irgendeinem Text wiederverwerten.

 

Und ich sass durch den Sucher meiner Leica linsend auf einem Schemel an der Seite und kam mir vor wie ein Kriegsfotograf im Schützengraben. Er hatte mich gesehen und blickte drei vier mal direkt in die Kamera. Ich duckte mich tiefer. Ratter ratter machte Malmsheimer und mir bluteten die Ohren, das Hirn dampfte, doch ich wich keiner Kugel aus. Liess sie auf mich einprasseln, diese Hypotaxen, Flurwochen und Cromagnons.

 

Ratter ratter machte Malmsheimer. Aber, höret! Er tat es mit Charmanz!

 

 

Jochen Malmsheimer

 

 

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